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Zur eigenen ArbeitDer Schwerpunkt meiner Arbeit sind Gefäßmontagen aus zwei oder mehreren Einzelteilen. Als ich anfing eigene Gefäße zu drehen, merkte ich, dass ich keine großvolumigen Keramiken herstellen konnte. Bedingt wurde dies durch meine unausgebildete Drehtechnik. Ich begann also, sie aus zwei Schalen zusammenzumontieren. Da es mir aber nicht gelang, die Montagenähte so zu kaschieren, dass sie nicht mehr störend ins Auge fielen, musste ich das, was nicht zu verstecken war, herausheben. Das war der Anfang vom bewussten Komponieren. Als ich die ersten Stücke fertig stellte, wurde mir klar, welche unglaubliche Formenvielfalt sich daraus ergibt. Es wachsen Formen, die freigedreht aus einem Stück so nicht entstehen könnten. Dabei geht es nicht um die möglichst komplizierte Form, sondern um ein sehr genaues Arbeiten mit ihr. Bei einem „einfach“ gedrehten Gefäß spielt die Zeit im Fertigungsprozess eine große Rolle, da der Ton instabil wird. Die Arbeitsweise der Montage hingegen lässt mir Ruhe, um Volumen und Spannung des Gefäßkörpers zu beobachten und Varianten zu erproben, ähnlich wie bei einem Baukasten. Es geht mir nicht um die Vielfalt, sondern um die Konzentration auf eine Form, ein Gefäß. Als ich anfing meine Arbeiten in Gruppenausstellungen unserer Keramikklasse an der Kunsthochschule zu veröffentlichen, war ich unzufrieden mit den gegebenen Präsentationsmöglichkeiten. Es waren große Werkstattregale, die zu den Ausstel-lungen von ihren eigentlichen Aufgaben temporär befreit wurden. Ich hatte den Eindruck, dass dem Besucher, der nicht vom Fach und nur am Rande interessiert ist, die Möglichkeit einer differenzierten Betrachtung genommen oder zumindest diese nicht gerade gefördert wird. Die Idee, die hinter jedem einzelnen Topf existiert, verliert sich in der Menge der Dinge. Auf der Suche nach Präsentationsformen die eine Konzentration ermöglichen, kam ich zu Räumen, die eigens für die Gefäße entstehen. Ausgehend von Einzel-präsentationen auf Podesten wurden die Maße dieser Podeste größer, sodass die Gefäße miteinander Verbindung aufnehmen und kommunizieren konnten. Freistehende offene Regalsysteme kamen hinzu, Kisten, die an die Wand gehängt wurden und somit die Gefäße umrahmten. Darauf aufbauend sind Vitrinen entstanden. Definierte Räume, die die Gefäße entrücken und in jeglicher Hinsicht unantastbar machen. 2008 werden Kannenformen nach der Idee der montierten Kannen meines Urgroßvaters entstehen. In der Mitte seines Studiums am Bauhaus montierte er große Wasser- oder Zierkannen aus mehreren Einzelteilen zusammen. Diese Phase dauerte leider nur ca. zwei Jahre und mir sind nur sieben Kannenformen bekannt. Die Kannen machen einen Schritt weiter in den Raum. Es ist nicht mehr möglich, ihre ganze Form aus einer Perspektive zu ersehen. Letztlich geht es in meiner Arbeit immer um Raum und die ästhetische Erforschung von Raum, um das Verhältnis von Innen und Außen mit den Mitteln und im Medium des keramischen Gefäßes. |
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