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Die letzte Behausung

Diese Idee einer individuellen Schmuckurne, richtet sich an all diejenigen, die der Tatsache Tod nicht aus dem Weg gehen, sondern einen friedlichen Umgang mit ihm suchen.
Die Schmuckurne ist ein Behältnis, das für die eigentliche Urne mit den sterblichen Überresten vorgesehen ist. Sie soll aber in erster Linie nicht produziert werden, um sie in der Erde zu versenken, sondern um zu Lebzeiten eines Menschen die Auseinandersetzung mit dem Tod anzuregen. Dies ist ein Anliegen, das mich seit meiner Jugend beschäftigt.

Der Grundgedanke bei dieser Schmuckurne, ist die Herstellung einer keramischen Glasur auf der Basis persönlicher Gegenstände oder besser gesagt, aus Material und Gegenständen, zu denen die Person einen wichtigen Bezug hat. Aus allem was organisch ist, kann eine Glasur hergestellt werden, zum Beispiel aus Erde, Holz, Stein, u.s.w..
Ein konkretes Beispiel: Mein Opa war Bauer und er möchte ein Stück von seinem Land, das als „Haut“ über seiner letzten Behausung liegt. Also holte ich mir einige Kilogramm Erde von seinem Feld, trocknete und siebte sie zu einem feinen Pulver. Dann folgten erste Schmelzproben: bei welcher Temperatur fängt die Erde an zu schmelzen? Bei der vorliegenden Probe waren es über 1380 °C, zu hoch, als dass ich damit arbeiten könnte, denn der Ton, aus dem die Schmuckurne bestehen soll, würde diese Temperatur nicht überstehen. Also gab ich ein bestimmtes Gesteinsmehl als Zusatz bei, das den Schmelzpunkt senken sollte. In mehreren prozentualen Schritten suchte ich das richtige Verhältnis zwischen Erde und Zusatz. Letztlich waren es 80% Erde und 20% Zusatz.
Ich hatte eine Glasur mit der ich bei 1280 °C arbeiten konnte, als nächstes brauchte ich die Form der Schmuckurne. Damit hielt ich mich lange auf: ich hatte zunächst keine Idee für die Form der Schmuckurne. Das was ich nicht wollte, war die gängige „Keksdosenform“, in all ihren Facetten.
Letztlich kam ich zu einem Kubus, der in der Mitte geteilt ist, in ihm liegt die Urne, wie in einem Sarkophag.

Der Kubus entzieht sich optisch seiner Bestimmung, er kann gelegt, gestellt aber auch geteilt werden. Es ist jedem selbst überlassen, was seine Aufgabe zu Lebzeiten ist, ob z.B. als Skulptur oder Bücherstütze.

Bedingt durch die Herstellung der Glasur und des Körpers kann die Produktionszeit einer solchen Schmuckurne mehrere Monate dauern. Der Preis liegt bei etwa 500 €, wobei es dann noch darauf ankommt, in welcher Form ich die Grundlage für die Glasur bekomme. Wenn ich erst ein Stück vom Eiffelturm absägen muss, weil Sie dort die Liebe Ihres Lebens küssten, müsste ich einen Aufschlag verlangen.

Sie können jederzeit eine unverbindliche Anfrage stellen. Ich beantworte sie sehr gerne.

 

 

 

  Lutz Könecke : Frankfurterstr. 99a : 34121 Kassel : eMail